Laut gedacht
Ein altes Sprichwort sagt, der tägliche Fisch macht satt und unselbständig. Wer wirklich helfen will, bringt eine Angel und zeigt, wie man sie benutzt... oder in dem Fall einen Traktor + Pflug.
vor 23 Stunden
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Okay. Hab ein bisschen nachgeguckt, wer das Video so verbreitet [1]. Scheinen mir keine rechten Kanäle zu sein. So kann man sich täuschen.
[1] tiktok/discover/beggar-mentality
Etwas Recherche offenbart: Unser Protagonist "Thomas Sankara" kam 1983 durch einen Staatsstreich an die Macht und wurde nur vier (!) Jahre später in einem Staatsstreich ermordet.
Der Staatsstreich wurde unterstützt von Frankreich und Elfenbeinküste. Suuuper Frankreich! Klasse gemacht /s.
Positiv überrascht mich seine dokumentierte Ablehnung staatlichen Prunkes und Personenkultes. Er ruhe in Frieden.
[1] de.wikipedia.org....org/wiki/Thomas_Sankara
Hier sollen unsere Überlegenheitsgefühle gegenüber "Afrikanern" getriggert werden. Was einmal eine wichtige Botschaft war wird heute als rechte Propaganda zweitverwertet. Meine Meinung.
(a) ZUR PROPAGANDAWIRKUNG:
Wundert sich hier sonst noch jemand darüber, dass hier ein Mann mit den Diktator-Vibes die Bettler-Mentalität der eigenen Bevölkerung erklärt? ...*hüstel*. Das triggert alle Bananen Republik-Klischees in meinem Kopf.
Sicher gibt es auch heute Prominenz, welche globale Abhängigkeit eloquent erklären kann. Trotzdem hat jemand ausgerechnet diesen uralten Clip zusammengeschnitten. Warum? Musste man vielleicht dehalb auf ein mindestens 30 Jahre altes Videoschnipsel [1] zurückgreifen, weil sich heute kein "Afrikaner" mehr zu solchen Worten erniedrigt? Möchte man westliche Überlegenheitsgefühle triggern, welche unseren rechtsaußen-Politikern so gelegen kommen? Also ich verwette meine Unterhose darauf dass hier Stereotype politisch instrumentalisiert werden sollen.
(c) ZUM INHALT:
Eine Botschaft, die vor 30 Jahren revolutionär war, ist inzwischen längst bekannt. Die Argumentation ist heute selbstverständlich auch auf Industriegüter ausdehnbar.
Aber die Ausbeutung geschieht heute viel ungenierter.
Richtig fies ist beispielsweise das Gebaren von Coca Cola und Nestle, welche das Grundwasser aus Dürregebieten abpumpen und verkaufen. Oder das ausbeuterische Treiben westlicher Saatgut-Firmen, welche "afrikanische" Bauern in die Abhängigkeit treiben. Und das sind nur prominenteste Beispiele. Global funktioniert die Wirtschaft nach dem altbekannten Prinzip. Wer hat der darf sich noch mehr nehmen. Vollkommen legal.
[1] de.wikipedia.org....org/wiki/Thomas_Sankara
Gib einem Menschen eine brennende Fackel und er hat Wärme für eine kalte Nacht.
Setz ihn in Brand und er hat Wärme bis ans Ende seines Lebens..
Heidewitzkar. Da könnten wir jetzt ewig diskutieren... Hilfe zur Selbsthilfe, Hilfe zur Verwaltung ja nein. Riesen Thema. Hab selbst länger im tiefsten Busch gelebt und gesehen was die Menschen dort besser und was schlechter als wir in Deutschland/Europa können.
Da gibts viele unterschiedliche, teils widersprüchliche Faktoren die dazu geführt haben dass es in Afrika so ist, wie es ist.
Was ich jedem mal empfehlen kann ist hinfahren, etwas von den Safari-touristischen Reiserouten verlassen und erleben wie unterschiedlich und gleich wir Menschen doch sind.
Das ist extrem kurz gedacht. Es ist überhaupt nicht die Aufgabe von Nothilfe-Organisationen, ein Land wirtschaftlich zu stärken, da geht es rein um die akute Überlebenshilfe vor Ort. Wenn die Menschen auf dem Kontinent ihre Konflikte beilegen und die Korruption beenden, schafft das die Basis für langfristige Investitionen.
Viele Menschen hierzulande verstehen auch nicht, warum wir uns aus Deutschland heraus überhaupt an solchen infrastrukturellen Projekten beteiligen. Da fehlt völlig der Weitblick dafür, dass stabile Strukturen vor Ort die beste Prävention gegen globale Krisen sind. Stattdessen wird sich dann lieber populistisch darüber echauffiert, wieso man im fernen Peru vermeintlich Fahrradwege bauen muss, ohne den großen strategischen Nutzen dahinter zu begreifen. Genau solche Umstände wie in Afrika, aus dem die bösen Wirtschaftsflüchtlinge kommen, sind der Grund.
" Wenn die Menschen auf dem Kontinent ihre Konflikte beilegen und die Korruption beenden, schafft das die Basis für langfristige Investitionen." -können sie eben nicht, da das geld/korruptions-system global funktioniert/implementiert ist
Dass es in jedem Land der Erde in gewissen Teilen Korruption und Ausbeutung gibt, bezweifle ich gar nicht. Aber statistisch gesehen leben auf dem afrikanischen Kontinent einfach sehr viel mehr Menschen in existenzbedrohender Armut als anderswo auf der Welt. Dazu kommt noch die extreme Brutalität und der würdelose Umgang mit anderen Menschen. Und das ist eben ganz konkret darauf zurückzuführen, wie Politik dort vor Ort gemacht und gelebt wird.
Dazu kommt in vielen Regionen ein schwaches, korruptes oder schlichtweg gar kein funktionierendes Rechtssystem. Wo keine Rechtssicherheit herrscht und politische Eliten sich primär selbst bedienen, anstatt Institutionen aufzubauen, kann keine wirtschaftliche Stabilität entstehen. Die strukturelle Armut ist dort kein Naturereignis, sondern die direkte Folge eines fundamentalen Staatsversagens.
Es ist von dem sympathischen Warlord da eben NICHT kurz gedacht, sondern langfristig. Es ist nicht falsch von ihm, langfristig zu denken, aber an die Kurzfrist muss er halt auch denken. Das wäre mein Kritikpunkt.
Mit der Langfrist frisst der Warlord die Kurzfrist.
Es sind zwei unterschiedliche Hilfen für unterschiedliche Probleme. Die Hilfe zur Selbsthilfe ist was langfristige und unbedingt sinnvoll. Wenn jemand am verhungern ist braucht diese person aber direkt Hilfe/Essen.
Ist nicht das gleiche
Der Warlord hat meinen Bildungsgutschein gefressen!
Ich würde gerne ein Bohrloch spenden. Hab da noch eins.
hihihi
ROFL!
Dein Kommentar wartet deswegen jetzt auf Begutachtung. Falls alles in Ordnung sein sollte, wird er natürlich freigeschaltet.
Deswegen kann ich diesen geänderten Kommentar nicht entgegennehmen.