Laut gedacht
Manche Leute trainieren. Dieser Mann performt. Ob jemand zuschaut, ist dabei nachrangig. ChillFact : Das Wort "Gymnasium" leitet sich vom griechischen "gymnos" ab - nackt. Antike Athleten trainierten ohne Kleidung in öffentlichen Anlagen. Gemessen daran ist ein halbnackter Mann auf einer Amphitheater-Tribüne historisch betrachtet overdressed.
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Von Sekunde 21 bis 24 hab ich mich gelangweilt, weil erst dann die Action beginnt.
Ich sehe vor meinem inneren Plasma-Auge einen Bädel-Schasis-Bruch. Wenn der sich runterrücks hinlegt hatter aber so richtig Geburtstag.
Ist das Gym Knopf?
runter kommen sie alle, will sehen wie er die bänke hochrennt
der findet bestimmt oft kleingeld. ...in der Klappse hatten wir vor paar Jahren auch so einen. Der is auf den Basketballkorb gesprungen und hockte dann oben auf dem Abprallbrett. super netter Kerl. Hat dauernd die Securities zum Boxkampf herausgefordert und so. wollte unbedingt ballern.
so nen kenn ich auch ^^ jeder türsteher ist potenziell nen kampf. übel stressig. meld den bei euch an glaub
Wie schützt man sich eigentlich als Mitarbeiter in so einer Einrichtung für psychisch auffällige und ggf. unberechnbar aggresiven Menschen davor verschwatet zu werden?
hmmm, Verschwartung ist ein schwieriges Thema... was immer es bedeutet, die antwort lautet im Team! "Transparenz" und "offene Fehlerkultur" und diese ganzen Buzzwörter die in anderen Berufen völlig bedeutungslos sind (nehme ich mal an) werden bei erhöhtem Risiko plötzlich doch irgendwie wichtig und man muss sich echt damit befassen. Nicht nur so tun als ob. Voll ehrlich sein und so über Sachen reden die einen beschäftigen und so. Sonst sind sofort alle krank bis auf den einen von dem niemand weiß ob er hier wirklich arbeitet oder als Patient ist. egal, wir brauchen ihn. Die meisten sind natürlich längst völlig Verschwartet und tragen langärmlige Hemden damit es niemand sieht. Das ist natürlich nicht optimal.
Wir haben gestern im Park einen kleinen süßen Hund entwendet. Zuhause haben wir mit einem Bolzenschussgerät ihm die Birne weggeballert . Natürlich sein Fleisch gegessen. Als Gegenpol haben wir 10 kleine Schweine gekauft und zu einem Gnadenhof gefahren.
Ich meinte mit dem Begriff "verschwatet werden" tätlich angegriffen werden von Patienten - also im Sinne von verprügelt werden.
Nach eingehender Internetrecherche scheint das aber wohl sehr lokaler Slang bei mir zu sein.Ich entschuldige mich für das Missverständnis. Deine obige Anwort war allerdings auch interessant.
da hab ich auch Lust drauf zu anworten. Aaaalso, erstmal braucht man Mitgefühl mit der Not des potentiellen Angreifers. Es geht um Menschen in psychischen Ausnahmesituationen die oft nicht wissen was grade mit ihnen geschieht. Dafür hilft es wenn man selber irgendwelche Erinnerungen an extreme Notsituationen hat. Wir haben Zwangseinweisung zb auch alle mal durchgespielt. Gut ist wenn man den Patienten kennt und im Vorgespräch einen Einblick in die größten Ängste hatte. Wenn man nix über den weiß, dann deutlich ins Gesichtfeld gehen, nicht in der Ecke rumdrücken sondern sich so in den Raum stellen, dass Sichtkontakt möglich ist und man weder die Tür noch das Fenster verdeckt und sich nicht frontal gegenüber steht. Ist ne richtige kleine Wissenschaft wie man sich mit mehreren Menschen so im Raum positioniert, dass es nicht bedrohlich wirkt, man aber selber auch in keiner Sackgasse steht (auch da haben wir regelmäßige Übungen zu gemacht). Also Fluchtweg sollte für alle sichtbar sein. Positionierung im Raum ist die erste Form von Gewalt und kann Beginn einer Eskalation sein. Ich gehe jetzt mal nicht alle Punkte durch, nach Position kommt Blickkontakt, Ansprechen, Mimik, Gestik, Berührung. Alles Dinge die sich bereits wie ein Angriff anfühlen und zu "Notwehr" führen können. 12 Zynisch grinsende Ärzte die ums Bett stehen sind ein ziemlicher Albtraum, auch ohne Psychose. Dann gibt es eine ähnliche Liste mit Dingen zum Beobachten am Patienten. also Körperspannung, wandernder Blick, Zuckungen und kleine Anzeichen die Rückschluss auf den Geitseszustand zulassen. Einer hat mal gegrinst bevor er ein Bild zerschlagen hat und ich wusste gleich "der dreht nicht wirklich durch", brauchte also nicht eingreifen. Zerhaut der halt das Bild und ich verarzte dann seine Hand. Ist ok. Keine physische Konfrontation notwendig. Genauso wenn jemand mit dem Kopf gegen eine Steinkante haut, aber auf die Fläche zielt, nicht auf die Ecke. Das heißt derjenige ist noch ein bisschen am Abwägen wie weit er gehen kann, also kann man ihn vielleicht rational erreichen. etwas Platz machen damit er besser die Platte trifft und sich nicht aus versehen wirklich verletzt und darauf achten dass es bei einem "Miteinander" bleibt, anstatt "gegeneinander". Ich helfe auch bei kleinen Selbstverletzungen, wenn es grade nicht anders geht. Schnittwunden kann man im krankenhaus super behandeln. Kein Grund jemanden zu fixieren oder festzuhalten (musste ich lange lernen). Also auch kein Grund für körperliche Auseinandersetzung. Ich bleib dann auf Abstand und kucke dass keine bleibenden Schäden entstehen. Man holt einen Arzt und stellt saubere Tücher und Desinfektionsmittel bereit. Menschen haben das Recht sich selber wehzutun. Es gibt aber auch Menschen, die zielen sofort auf die spitze Ecke der Fensterbank und versuchen sich *wirklich* den Schädel auf Dauer einzuschlagen, da muss man dann drauf. Wie gesagt, bisschen Empathie ist garnicht schlecht um das abzuschätzen (und dickes Fell wenn man sich mal verschätzt hat). Da wir uns nie frontal positionieren, sondern immer in einem 20° Winkel einen halben Schritt schräg hinter dem Patienten stehen geht die erste Ladung meist daneben. Ich habe den, dem Patienten zugewandten Arm immer frei und halte ihn leicht erhöht um schnelle Bewegungen abzufangen. Also bei plötzlichem nach vorne Springen schubse ich denjenigen von der Seite aus dem Gleichgewicht und nehme die gegenüberliegende Hand um den Fall zu bremsen. Gleichzeitig um Hilfe rufen und meist liegen wir dann schon am (sicheren) Boden wenn security kommt. Viel wichtiger ist dann aber nicht weiter zu eskalieren. Ein Schlag kann bei einem Schlag bleiben, wenn man die innere Ruhe und Vorbereitung hat ihn aufzunehmen und selber nicht wütend oder verletzt darauf reagiert. Das ist auch der Punkt wo die meisten Mitarbeiter Probleme haben sich der Eskalation zu entziehen (Polizisten können das gar nicht und lernen es auch nicht. Es wird nicht mal versucht!)). Schlag einstecken, auf Selbstschutz achten, auf Fremdschutz achten, keine Rache üben. Situation deeskalieren und im Anschluss besprechen. Oft geht eine körperliche Auseinandersetzung dann direkt in ein Gespräch über. Ich frage wie weit wir jetzt gehen müssen, ob wir uns wirklich gegenseitig totschlagen, oder bald aufhören können und der andere sagt dann sowas wie "ich bring euch jetzt alle um" und ich sage "du weißt dass ich dann alles mögliche tun muss um das zu verhindern, oder?" und er sagt "ja, das ist mir klar" - "und da hast du wirklich bock drauf?" - "nein eigentlich nicht" - "können wir dann nicht aufhören?" - "ich kann grade nicht aufhören" usw.. Sprache kann Menschen ganz toll runterbringen. Wenns nicht funktioniert, trotzdem weiter versuchen. Niemals aufhören Optionen anzubieten, Wege offen halten, immer in der Kommunikation bleiben. Mit jüngeren Patienten kann teilweise auch paradox intervenieren. Stattdessen ein Wettrenenn anbieten, oder mitten im Kampf anfangen Regeln einzuführen. Man kann auch während einer Prügelei kleine Nettigkeiten einbauen. Einen Gegenstand aus dem Weg räumen, es jemandem der grade am Boden liegt etwas gemütlicher machen und manchmal geht es auch direkt in eine Umarmung über. auch streicheln kann helfen (oder das Gegenteil bewirken). Wichtig ist dass man die ganze Zeit daran denkt dass sich der andere grade verteidigt, nicht angreift. Helfe deinem Angreifer dich nicht weiter angreifen zu müssen, oder so würde Jesus bestimmt sagen. Super wichtig auch hier wieder das Team. Sei niemals der letzte im Haus von dem keiner weiß dass du noch da bist. Wenn du dich dann im Klo einsperrst weil jemand dir aufs Maul hauen will bist du am Arsch. Und schlussendlich: die Nachsorge. Nach der Episode sollte man die Beziehung reparieren um weiter mit der Person arbeiten zu können, also fragen wie derjenie das erlebt hat, was besonders unangenehm daran war und Verabredungen fürs nächste mal treffen. "ich verspreche deinen Kopf nicht zu fixieren, wenn du mich nicht beißt" und so was. auch eigene Schwächen und Ängste kann man in der Nachsorge gut ansprechen. "ich will mit dir nicht mehr alleine im Raum sein, weil ich nicht glaube, dass du deine Aggression gut genug im Griff hast" kann den anderen in die Lage versetzen auf Augenhöhe mit dem (aus seiner sicht angreifendem) Personal zu gelangen. Es entsteht eine Beziehung die man in der nächsten Episode aktivieren kann. Außerdem hatte ich in der Zeit mit Gewalttätern natürlich super Versorgung durch den Arbeitgeber. Kampfsport mit einem Trainer der sich Videos der Patienten ankuckt und mir gezielt deren Schwächen erklärt, jede Woche feste Therapietermine plus Gespräch mit therapeuten nach größeren Konflikten und einen ganzen Haufen Spezialisten die helfen merkwürdiges Verhalten besser zu verstehen, Anti Aggressiontrainer, Sexualtherapeuten usw. Und Zugang zu Fortbildungen der Polizei. Das hat zwar gar nicht geholfen, aber gab es.
TL DR: Deeskalation. Vom Betreten des Raumes bis zum Ende der Prügelei, die ganze Zeit deeskalieren. Dann kriegt man zwar auch aufs Maul, aber es fühlt sich nicht so schlimm an.
Für den längsten Kommentar aller Zeiten brauch ich zumindest Mindestlohn, um ihn komplett zu lesen. Leute, stellt phlexxo bitte nicht immer Fragen!
na hoffentlich ist das gehalt ausreichend/angemessen, klingt nach ner menge "spaß"
Danke Phlexxo, für diesen Bericht. Dir gehört mein allergrößter Respekt.
...fange jetz zum 1.4 übrigens woanders an. 15 Jahre immer nur Gewalt ist son büschen komisch fürs Gehirn. Kuckst du am Bahnhof immer wie die Leute stehen und Kino ist wahnsinn. 300 fremde Menschen 2 stunden im Auge behalten um deren Amokpotential einzuschätzen! Das geht garnicht! Da greift einer in die Hosentasche! AAAHHH MEIN GOTT WAS HAT ER VOR!?? oh, Taschentuch. naja.
lol tier hahhahha für den längsten musst noch weiter zurück gehen.. goldenpuppe und der captain losthandtuch und muckies auslassungen waren da nen tick länger hahh xDDDDD
@phlexxo mein freund, für den 1.4 guten start! kehret eurem AG den rücken stand schon in der bibel
Sehr interessant! Danke für die ausführliche Erläuterung und deinen Einsatz für diese vulnerablen Menschen!
Meine größten Probleme auf der Arbeit sind Kollegen die Schwachsinn erzählen oder allgemein zu viel labern^^ und allgemeiner Stress, aber mein Vater sagt dazu immer: "Stress, die Leute im Krieg hatten Stress!"
omg ich dachte das wird weh tun - BER HEYYY ICH BIN DRITTaaaaa
er bewirbt sich auf die Rolle als "Vorwärts", es wäre auch noch "Rückwärts" im Angebot
Ich, am Freitag nach Feierabend, wenn ein Freund anruft und fragt, ob ich vorbei kommen will und wir uns einen reinsaufen...
Dein Kommentar wartet deswegen jetzt auf Begutachtung. Falls alles in Ordnung sein sollte, wird er natürlich freigeschaltet.
Deswegen kann ich diesen geänderten Kommentar nicht entgegennehmen.