Naturschauspiel Nazi-Wanderung
Es gibt nur noch wenige Ort auf diesem Planeten, wo wir ihm begegnen, dem Neo-Na...
Aber genau dieser Relativismus ist doch das Problem, das Moral wirkungslos macht. Wenn jedes Individuum nach seiner "Privat-Moral" urteilt und dieses Urteil dann durch Relativierung ohnehin völlig bedeutungslos ist, dann überlässt man die wirklich wichtigen Entscheidungen doch dem unausgeprochenen und unterbewussten Minimalkonsens einer Gesellschaft (Ideologie), also in unserem Fall
der Rationalisierung durch Kapital- und Verwertungslogik.
Es ist also notwendig, dass ein absoluter moralischer Maßstab implementiert und radikal durchgesetzt wird. Denn durch Oktroyierung werden z.B. die Menschenrechte doch überhaupt erst wirkmächtig: indem alle, die diese nicht achten, durch Autorität und notfalls Terreur (vgl. Robespierre) zur Einhaltung gezwungen werden. Die Losung muss also vielmehr heißen: "Alle Menschenrechte für alle,
die sie achten".
Zu meinen "soviel Menschenrechte für soviele Menschen wie möglich" wäre ausreichend, ist nicht nur ein westlich-elitärer Tritt in die Fresse der Menschen, denen diese verweigert werden (Kinderarbeiter, Slum-Bewohner, ...), sondern auch selbst schon wieder eine Rationalisierung der bestehenden Verhältnisse durch eine Politik, die glaubt das derzeitige System hätte eine natürliche
Legitimation und sei unveränderbar. Doch wirkliche Politik ist die "Kunst des Unmöglichen" (vgl. Žižek, Rancièr), d.h., das was als unmöglich verkauft wird, durch eine Veränderung des gesellschaftlichen Rahmens möglich zu machen.
Wenn Moral als subjektiv empfunden wird, dann läuft etwas grundlegend falsch. Moral muss selbstverständlich allgemeingültig sein, sonst ist sie wirkungslos. Jeder Mensch muss einfach Kraft seines Verstandes einsehen, dass z.B. die Menschenrechte "einfach so" richtig sind ohne weiter legitimiert werden zu müssen. Klar sind sie nicht irgendwie a priori "in uns" oder wie die
zehn Gebote gottgegeben, sondern vom Menschen erdacht -- aber das ist ja eben Verdienst der Aufklärung, dass wir den Absolutheitsanspruch moralischer Gesetze nicht aus Furcht vor göttlicher Strafe respektieren, sondern weil wir deren Richtigkeit mit unserer Vernunft nachvollziehen können.
Ich denke, wenn man wirklich will, ist es mit Hilfe der bestehenden Moralvorstellung übehaupt nicht schwer eine Grenze gegenüber Intoleranz zu ziehen. Genauso wie es ein Leichtes ist zu zeigen, dass ein Aufstand der Nazis kaum emanzipatorisch sein kann. Das Problem ist viel eher, dass man das nicht will und selbst die krankesten Ansichten als Kultur/Tradition/Mentalität relatviert werden (was
ich selbst wieder für rassistisch/chauvinistisch halte). Die Menschenrechte sind aber nicht nur schöne Worte oder ein Ideal, sondern Rechte die auch erkämpft und vehement verteidigt werden müssen; und das eben notfalls mit Gewalt. Daher bin ich eher für mehr Autorität und Radikalität als für mehr Liberalismus und pazifistisches Gefasel.
Wie misst du denn die Schädlichkeit einer Lösung? In dem dazu angewendeten Maß steckt doch bereits die Ideologie, die man reproduziert (und eigentlich steckt in dieser Vorstellung, dass man die Schädlichkeit politischer Entscheidungen überhaupt quantifizieren könnte, schon Positivismus). Essentiell sitzen doch dann nur verschiedene Ideologien am Tisch und diskutieren ein bisschen, obwohl eh
klar ist, dass nicht die Lösung, die moralisch richtig ist, sondern die der herrschenden Ideologie gewinnt. Was im Endeffekt nur heißt, dass alles beim Alten bleibt.
Gute Politik heißt also eigentlich eher, dass die Verhältnisse zu Gunsten der unter ihnen Leidenden verändern werden; dass ein wie auch immer geartetes System strukturell geändert und nicht nur an den Symptomen seiner Widersprüche herumgedoktert wird.
Spinnt man diesen Gedanken weiter, wird klar, dass die, die sich von Unterdrückung emanzipieren wollen, zur Durchsetzung selbstverständlich Autorität und Gewalt brauchen. Zu einem Gewissen Grad heiligt der Zweck eben doch die Mittel: Sonst säßen wir hier immernoch in Monarchie/Feudalismus/Frühkapital ismus fest.
Du machst es dir übrigens etwas einfach, wenn du Stalin und Mao als "links" bezeichnest. Deren Theorien sind sicherlich aus dem Marxismus entstanden, aber deshalb war doch deren Praxis nicht automatisch links. Dann könnte man ja auch behaupten, die Nazis waren links, weil sie sich "Soizalisten" nannten.
...und die ewig kompromisssuchende Mitte ist natürlich völlig immun gegen Ideologien. Die Piraten haben sogar einen Namen für diese Wahnvorstellung: "Postideologie". Dahinter steckt natürlich lediglich die (unbewusste) Affirmation zur herrschenden Ideologie. Begreift man Rechtsextremismus als eine Extremform dieser herrschenden Ideologie, dann wird natürlich auch klar, wie die
vermeintlich "postideologischen" Anhänger der Mitte Rechtsextremismus zur diskutablen Meinung erheben können und ernsthaft meinen mit Neonazis Kompromisse finden zu müssen.
Null Toleranz für Intoleranz. So einfach ist das. Eine Demokratie darf nicht darüber abstimmen lassen, ob sie abgeschafft werden soll.
Keine Ursache. Gern geschehen.
Du hast da etwas grundlegend falsch verstanden: Andere Meinungen sind akzeptabel, wenn's um die Farbe meines Autos o.ä geht, aber ganz sicher nicht beim Thema Neonazis. Dafür sind sie einfach eine zu große Gefahr für das Wohl sehr vieler Menschen. Darum darf es in dieser Frage nur eine moralisch richtige Haltung geben. Davon bist du mit deiner Indifferenz, dank der es dir sogar gelingt
entspannt auf Nazis und ihre ja "eigentlich schon irgendwie begründeten" Meinungen zu schauen, natürlich weit entfernt.
In die rechte Ecke hast du dich aber übrigens selbst gestellt, indem du rassistisch motivierte Gewalt mittels rassistischer Stereotypen zumindest relativiert, wenn nicht sogar legitimiert hast.
Ich find es auch sehr witzig wie du den total Entspannten gibst, der sich über nichts aufregt, aber wenn sich über Nazis lustig gemacht wird, ist das für dich zuviel des Guten und die drückst dem Video einen Kommentar mit ein paar hundert Wörtern drunter.
Übrigens: Du solltest nochmal nachschauen was "implizieren" bedeutet.
Ok, ich muss es glaube nochmal langsamer erklären, da du es offensichtlich nicht begriffen hast. Du sagst: "Tötet alle Nazis" = Meinungsfreiheit. Da drängt sich natürlich die Frage auf, wie weit denn Meinungsfreiheit für dich gehen darf. Daher meine Frage: "Tötet alle Juden" = Meinungsfreiheit?
Ob diese Forderungen tatsächlich von jemanden geäußert werden, ist dabei irrelevant, da es mir um deinen Umgang mit solchen Forderungen geht. Mir war natürlich völlig klar, dass du die Frage nicht bejahen würdest, obwohl du es hättest müssen, wenn du konsequent wärst. Um den Dilemma zu entgehen entweder als Verhamloser von Antisemitismus oder als inkonsequent dazustehen, musstest du also
beide Forderungen so voneinander abgrenzen, dass es so scheint, als wären sie nur mit unterschiedlichen Maximen zu bewerten. Und dabei verhedderst du dich dann in Absurditäten: Die ziehst zur Abgrenzung die "rationale Begründung" der Forderung heran und weißt wahrscheinlich selbst gar nicht so genau was du damit eigentlich sagen willst. Interessanter ist aber die Implikation, dass
es dann ja anscheinend rationale Gründe für die Forderung "Tötet alle Nazis" geben müsste. Die würden mich dann aber mal interessieren. Vor allem da ich befürchte, dass du dabei ohnehin mit einem verkürzten Begriff von Rationalität arbeitest.
"Es gibt einen Unterschied zwischen Taten und Meinungen."
Wer die falschen Meinungen hat, wird höchstwahrscheinlich auch dementsprechend falsch handeln. Also kann man die Sache nicht einfach mit "Na solange er_sie das nur denkt..." abtun. Ich glaub der Zusammenhang ergibt sich recht anschaulich am Beispiel Rostock-Lichtenhagen: Da hatten auch nur einige des Pöbels ihre Meinung zu Handlung werden lassen. Der Rest hat "mitgemeint",
aber nicht mitgemacht. Aber auf Grund ihrer falschen Meinung hätten sie auch niemals das richtige tun können: also zu versuchen, das ganze zu verhindern.
Die berühmtberüchtigte Dreipunktlandung
zur richtig coolen Ausführung mit dem Kopf nach unten aus mindestens zehn Metern...
Voll süß, wie er lächelt.
Niemals aufgeben!
Egal was die anderen sagen, man ist zu mehr im Stande als man glaubt. Diese Gesc...
Seppuku ist nicht "korrekter" als Harakiri, sondern lediglich eine andere Leseweise der Kanji und wird in der formellen Schriftsprache verwendet. Harakiri ist einfach nur umgangssprachlich. Auch du kannst etwas gegen dein Bildungsdefizit tun. Gib' niemals auf!

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"...erkenne das herrschende Mächteverhältnis an...", "...so funktioniert die Welt einfach nicht..." etc. etc.
Solche Floskeln kommen unsereins natürlich leicht von den Lippen -- immerhin sitzen wir global gesehen auf der besser bestellten Seite des Machtverhältnisses. Da kann jede soziokulturelle Entwicklung in Richtung mehr Verteilungsgerechtigkeit und Machtausgleich natürlich nicht langsam genug gehen. Mit erhobenen Zeigefinger können wir dann auch von der Primitivität und Gefahr physischer Gewalt reden, um jeden Widerstand gegen die von uns ausgehende strukturelle Gewalt möglichst heuchlerisch delegitimieren zu können.
Sorry, aber bei einer derartigen Apologie der Verhältnisse und Kapitulation vor der eigenen Bequemlichkeit wünsch ich mir immer einen Atomkrieg: Amen 81-Ich will Atomkrieg - YouTube