"... Ich bedanke mich im Namen aller Tiere"
--> Mit Ausnahme des Sonntagsbratens, nehme ich an... der ist ja jetzt äh.. also äh...sorry. Anscheinend bin ich doch noch nicht ganz drüber weg. Aber das wird schon noch.
"Aber die positiven Effekte hast du übertrieben, oder?"
--> Keineswegs. Lies kritisch und du wirst festellen: Fast alle Aussagen sind sehr vage gehalten, manchmal nur angedeutet, unvollständig oder als Frage formuliert. Der kausale Zusammenhang wird konsequent der Phantasie des Lesers überlassen. So konnte ich ausschließlich wahres schreiben. Okay... den einsetzenden Haarausfall am Ende den habe ich frei erfunden. Aber der ist sooo wichtig für die Pointe XD
"...erzählerischer Kniff, den veganismus mit einer strengen Religion gleichzusetzen."
--> Es ist mehr als nur eine Metapher. Tatsächlich hat mir eine gewisse "Ernsthaftigkeit" sehr geholfen.
btw: Hätte mir Haare ausreißen können, als mir aufgefallen ist, dass die Formatierung meines veganen Glaubensbekenntnisses kaputtgegangen ist. Seufz.
Danke für deine Erläuterung.
Dein Argumentation:
1. Was natürlich ist, kann nicht schlecht sein.
2. Der Mensch ist omnivore.
3. Also ist es ethisch okay Fleisch zu essen.
Allerdings kann man diese Argumentation leicht ad absurdum führen. Beispiel:
1. Was natürlich ist kann nicht schlecht sein.
2. Es ist natürlich, dass Menschen Egoisten sind
3. Also ist es ethisch okay wenn Menschen egoistisch handeln.
-->Die Meisten würden aber zustimmen, dass egoistisches Handeln oft unethisches Verhalten bedeutet. Womöglich kann man Ethik eher als Zähmung und Kontrolle über die Natur auffassen.
"du bist kein moralisch besserer mensch wenn du keine tiere ist, "
--> Schwierig. Das kommt sehr auf die Moral an. Dein Standpunkt entpspricht jedenfalls der vorherrschenden Meinung.
Korrektur:
"Ashhadu an la ilaha illa l-hayat al-mufakkira.Wa-ashhadu anna n-nabata sabili"
Realtalk: Danke, das war eine spannedes Experiment und hat Spass gemacht. Einiges werde ich versuchen zu übertragen. Dazu vielleicht später mehr ;)
Samstag:
Okay...mit Bedauern stelle ich fest, dass die 10 veganen Tage seid gestern oderso vorbei sind. Habe die Sache ernst genommen. Und bis auf wenige Fehltritte habe ich der Versuchung - A'udhu min al-batil! - widerstanden.
Physiologisch hat mir das Experiment definitiv gut getan. Wer glaubt, dass vegane Ernährung zu Mangelerscheinungen führen muss, der irrt. Im Gegenteil...ich fühle mich absolut gesund !!! Kein Brainfog mehr nach dem Essen! Kein Mittagstief! Und wenn es auch schwierig ist zu beweisen, dass meine kognitive Leistungsfähigkeit zugenommen hat. Kann ich definitiv sportliche Erfolge verbuchen. Und was das Aussehen betrifft: Wo sind all die Pickel hin? Auch Augenringe und Fältchen suche ich vergeblich. Außerdem… sehe ich da frische, gesunde Haare nachwachsen? …und die Schlafqualität !
. …und die Libido! Was soll ich sagen? Es ist der Hammer Leute !!!
Auch psychologisch hat sich viel Verändert. Ein gewisser Fundamentalismus und Radikalität hat mir geholfen gegenüber der Sünde standhaft zu bleiben
Ashhadu an l? il?ha ill? l-hay?t al-mufakkira.
wa-ashhadu anna n-nab?ta sab?l? !
Die Annahme dieser ideologische Basis hat mir außerdem tiefe Einblicke in meine vegane Seele beschert. Wehmütig, denke ich an diese Zeit zurück. Als ich an der Fleischtheke vorbeischleiche während ich im Stillen denke: „Mörder! Alles Mörder!“ …Diese Genugtuung! Das hat mich mehr als entschädigt! Werde ich das jemals wieder abstreifen können?
Sonntag:
Aber schließlich sind die 10 Tage vorbei. Um zu sehen ob ich dazu noch in der Lage bin, habe ich mich eben an einem Stückchen Fleisch versucht. Mehr aus experimenteller Neugier als aus echtem Appetit…um mich zu vergewissern, dass ich dazu überhaupt noch in der Lage bin. Nur eine Gabel voll!
Und auch wenn der erste Biss Überwindung kostet…Kaum habe ich ihn herabgewürgt, sind sie fort - die Gedanken an tierische Seelen. Eine solche Dissonanz zwischen Handeln und Denken kann in meinem Kopf nicht existieren. „Elende Gutmenschen, woke, naive Verlierer“, denke ich, während ich mir den Bratensaft von der Backe wische.
Montag:
Inzwischen habe ich habe ich wieder Haarausfall festgestellt.
Einen fröhlichen und sonnigen Tag wünscht
Umbrella
Mittelerde hat Außenstellen
Die Grenze zwischen Cosplay und Grenzerfahrung ist oft nur eine Eisscholle breit...
Danke Phlexxo, für diese Perle.
Dr. Kawashima stellt jetzt Gelbe aus
Der Gehirnjogging-Guru im deutschen Gesundheitssystem. Früher trainierte er kogn...
Beeindruckend ... inzwischen 2,14*

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Okay, engagierte Gegenrede! merci !
"natürlich und schlecht sind rein menschliche Betrachtungsweisen die der Natur herzlich egal sind und somit keine rolle spielen im übergeordnetem sinne,"
--> Okay, lasse ich mich drauf ein. Wie du weiter unten ausführst gilt das folgerichtig auch für die Bewertung von "egoistischem" Handeln.
" ...man behauptet quasi es bessser zu wissen als die Natur und somit besser zu sein, "
--> Wenn die Bewertung ausschließlich vom Menschen kommt, wie du im vorherigen Satz ausgeführt hast. Dann kann die Beurteilung des Menschen keinesfalls in Konkurrenz zu Natur stehen, die sich jeder (!) Bewertung enthält.
Aber wie du anerkennst ist dem Menschen möglich sich selbst als "besser" oder höherwertiger einzustufen als andere Natur. Was die "Krone der Schöpfung" offensichtlich gerne tut. Wenn du das als Hybris kritisierst, dann werden dir viele moralisierende Veganer beipflichten.
"...der begriff egoistisch und unethisch kann nur auf menschliches verhalten untereinander Verwendung finden,"
--> Das folgt nicht zwingend aus deinen vorherigen Ausführungen. Hier liegt ein echter fundamentaler Unterschied zu ethischen Veganern.
Aber wenn du dich - wie du weiter oben ausgeführt hast - wirklich darauf einlässt, dass es anmaßend sei sich über die Natur zu stellen. Dann erfüllst du immerhin über eine wesentliche Voraussetzungen folgendes Argument zu verstehen:
Wenn die Einteilung in höherwertigen Menschen und minderwertige Tiere lediglich eine willkürliche menschliche Einteilung ist, dann ist sie keine belastbare Grundlage für eine übergeordnete Ethik.
Aus deiner anfänglichen Argumentation schließe ich, dass du jede "übergeordnete Ethik" ablehnst. Und das sollte aus deiner Sicht der Haken sein. Aber es wirft die Frage auf, ob es - abgesehen vom natürlichen Egoismus - überhaupt irgendwelche ethischen Maßtäbe gibt denen sich dein Handeln unterwirft. Das ist deine Herausforderung. Und ich mir sicher Moral ist auch für dich mehr als die Angst vor dem Strafgesetzbuch.
Vielen Dank und einen fröhlichen Tag wünscht
Umbrella